Nahrungsergänzungsmittel – Welche gibt es? Wer braucht sie?

Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, greift häufig zu Nahrungsergänzungsmitteln, um etwa eine Mangelernährung auszugleichen. Dieser Irrglaube, alleine die Aufnahme solcher Pülverchen und Pillen würden zu einer gesünderen Ernährung führen, ist in Deutschland immer noch weit verbreitet. Wie die Bezeichnung bereits unschwer erkennen lässt, handelt es sich bei Nahrungsergänzungsmitteln um Produkte zur Ergänzung der menschlichen Ernährung. Die Produkte enthalten Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und andere lebensnotwendige Mikronährstoffe in dosierter Form und werden vom Handel in verschiedenen Darreichungsformen (z. B. Tabletten, Kapseln, Brausetabletten, Trinkampullen, Pulverbeutel) angeboten. Nahrungsergänzungsmittel dürfen in Deutschland grundsätzlich nicht für therapeutische Zwecke angewendet werden. Sie unterscheiden sich rechtlich von Arzneimitteln. Werden gesundheitsbezogene Werbeaussagen oder Versprechungen gemacht, ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health Claims) zu beachten. In der Health-Claims-Verordnung sind die zulässigen Werbeaussagen für Nahrungsergänzungsmittel aufgeführt. Darüberhinausgehende Aussagen sind unzulässig. Nahrungsergänzungsmittel zählen gemäß EU-Richtlinie 2002/46/EG rechtlich zu den Lebensmitteln. Die Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht erfolgte durch das im Oktober 2013 in Kraft getretene Änderungsgesetz zur Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV).

  • Laut § 3 NemV sind in Deutschland ausschließlich die in den Anhängen I und II der Richtlinie 2002/46/EG aufgeführten Inhaltsstoffe für die Verarbeitung in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen. Weitere zugelassene Inhaltsstoffe sind im deutschen Lebensmittel- und Futtergesetzbuch (LFGB), sowie in der EU-weit geltenden Novel Food-Verordnung (EU) 2015/2283 enthalten. Typische in Deutschland zugelassene Inhaltsstoffe von Nahrungsergänzungsmitteln sind beispielsweise Mineralstoffe, Vitamine, Antioxidantien, Pflanzenfarbstoffe, Coenzyme (z. B. Q-10), sowie sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Flavonoide).

Sind Nahrungsergänzungsmittel generell sinnvoll?

Nach einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Menschen in der Regel überflüssig. Zum einen, da mit einer ausgewogenen Ernährung alle wichtigen Nährstoffe, die der Körper benötigt, aufgenommen werden können. Zum anderen da eine einseitige, mangelhafte Ernährungsweise nicht durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden kann. In manchen Fällen sind Nahrungsergänzungsmittel sogar kontraindiziert, so eine Studie der Stiftung Warentest. So kann zum Beispiel bei Rauchern die Einnahme von Vitaminpräparaten mit Beta-Carotin das Krebsrisiko erhöhen. Das Gleiche gilt bei Rauchern auch für antioxidative Vitamine wie Vitamin E. Umgekehrt können Nahrungsergänzungsmittel in bestimmten Fällen durchaus indiziert sein. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zum Beispiel Jod in Form von jodiertem Speisesalz. Jodmangel ist eine der häufigsten Ursachen für die Entstehung einer Struma (Kropf). In selteneren Fällen führt diese Unterversorgung auch zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Ein weiteres sinnvolles Nahrungsergänzungsmittel ist die Folsäure. Da der Körper dieses Vitamin nicht selbst herstellen kann, muss es mit der Nahrung zugeführt werden. Der Mensch benötigt etwa 300 Mikrogramm Folsäure täglich, Frauen während der Schwangerschaft sogar 550 Mikrogramm. Da aber nur ca. 50 % über die Nahrung aufgenommen werden können, ist die Zufuhr von Folsäure, insbesondere für Schwangere, wichtig. Eine Unterversorgung mit Folsäure kann sich durchaus negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Babys auswirken. Im Gesamtkontext der Indikation oder Kontraindikation von Nahrungsergänzungsmitteln ist eine abschließende Aussage zur Wirksamkeit nur schwer möglich. Zu unspezifisch und individuell unterschiedlich sind die Wirkungsmechanismen dieser Nährstoffe. Außerdem fehlen aussagekräftige klinische Studien zur Langzeitanwendung. Entsprechende Erfahrungsberichte in Presseartikeln, sowie in Vorträgen, welche von der Pharmaindustrie gerne für eigene Zwecke propagiert werden, sind mit Vorsicht zu genießen. Ein gesunder Mensch benötigt im Allgemeinen keine Nahrungsergänzungsmittel, da bei vollwertiger Ernährung alle lebensnotwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in vielen natürlichen Lebensmitteln enthalten sind. Die Verwendung von hoch dosierten Einzelpräparaten (z. B. Eisen, Magnesium, u. a.) sollte grundsätzlich nur nach ärztlicher Absprache erfolgen, da eine unkontrollierte Einnahme das Nährstoffgleichgewicht im Körper empfindlich stören kann. So können z. B. hoch dosierte Eisenpräparate die Aufnahme und Verwertung von einem anderen lebenswichtigen Mineralstoff, dem Zink, erschweren. Die möglichen Folgen daraus sind: verstärkter Haarausfall, verzögerte Wundheilung, erhöhte Infektanfälligkeit und Geschmacksstörungen.

Wer braucht überhaupt Nahrungsergänzungsmittel?

In Deutschland können Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken, Reformhäusern, Drogerien oder auch in Supermärkten frei verkauft werden. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann insbesondere bei akuten Mangelerscheinungen notwendig und durchaus sinnvoll sein. Eine Ursache für Nährstoffmangel sind unter anderem Erkrankungen des Verdauungsapparates. Hier fallen besonders chronische Darmentzündungen ins Gewicht, da sie eine schlechtere Nährstoffaufnahme bewirken. Auch überdurchschnittlich häufiger Alkoholkonsum kann zu bestimmten Mangelerscheinungen, wie z. B. Magnesiummangel führen. Des Weiteren kann es auch bei Patienten, die ein Bluthochdruckmedikament zur Entwässerung (Diuretika) einnehmen müssen, zu einem Verlust von wichtigen Nährstoffen kommen. In solchen Fällen ist die zusätzliche Einnahme dieser fehlenden Nährstoffe durch Nahrungsergänzungsmittel zwingend indiziert. Nahrungsergänzungsmittel sind aufgrund der gesetzlichen Regelung in § 34 SGB V aber grundsätzlich nicht auf Kassenrezept erhältlich. Deshalb ist eine Erstattung der Kosten über die Krankenkasse auch nicht möglich. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn das Nahrungsergänzungsmittel zugleich (auch) ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel ist oder wenn, wie oben beschrieben, akuter Nährstoffmangel vorliegt, der auch durch eine optimale Ernährung nicht mehr ausgeglichen werden kann. In diesen Fällen wird die Krankenkasse die Kosten einer notwendigen Therapie mit dem erforderlichen Nahrungsergänzungsmittel in den meisten Fällen übernehmen. Allerdings verlangen die Kassen zwecks Nachweis eine entsprechende ärztliche Diagnose und Verordnung mittels Rezept. Der Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln boomt. Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln werben oft mit vorbeugender oder unterstützender Wirkung bei bestimmten Beschwerden. So sollen beispielsweise Lachsöl-Kapseln die Blutfett- und Blutzuckerwerte senken, das Hautbild verbessern und zur Stärkung des Allgemeinzustandes beitragen. Zu den absoluten Topsellern gehören auf jeden Fall, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Calcium, Magnesium, Vitamin B und Zink. Am Beispiel dieser Nährstoffe wird im Folgenden versucht Sinn und Zweck der Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel zu befürworten oder zu entkräften.

Ist es sinnvoll, Omega-3-Fettsäuren durch Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen?

Omega-3-Fettsäuren gehören, wie auch die Omega 6 Fettsäuren, zur Gruppe der essenziellen ungesättigten Fettsäuren. Essenziell sind diese Fettsäuren deshalb, weil der menschliche Körper sie nicht selbst herstellen kann. Sie müssen deshalb über die Nahrung zugeführt werden. Beide Fettsäuren sind vor allem in fetten Meeresfischen wie Lachs, Sardinen, Sardellen und Thunfisch, in Walnüssen, Mandeln, Leinöl, Rapsöl, Olivenöl, Eigelb und Leber enthalten. Es gibt drei Varianten von Omega-3-Fettsäuren. Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA), sowie Docosahexaensäure (DHA). Bei der Alpha-Linolensäure handelt es sich um eine Vorstufe von EPA und DHA. Alpha-Linolensäure wird im Magen-Darmtrakt des Menschen in die aktive Fettsäure EPA und schließlich in die aktive Fettsäure DHA umgewandelt. Erst in dieser aktiven Form kann der Körper essenzielle ungesättigte Fettsäuren auch entsprechend verwerten. Der menschliche Darm kann aber nur maximal 5 % der aufgenommenen ALA Menge in die verwertbaren Stufen EPA oder DHA umwandeln. Dieser Nachteil verstärkt sich bei Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen sogar noch. Die Weiterverarbeitung von ALA in die aktive Form von Omega-3-Fettsäuren ist bei dieser Erkrankung in der Regel völlig unzureichend. Der Stoff wird einfach wieder ausgeschieden. Die Folge sind dann Mangelerscheinungen mit entsprechenden Konsequenzen. Daher ist es sinnvoll den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren, vor allem durch eine erhöhte Zufuhr von EPA und DHA, abzudecken. Um gesund zu bleiben, braucht der Mensch nicht nur Omega-3-Fettsäuren in ausreichender Menge, sondern auch Omega-6-Fettsäuren. Letztere spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung, der Blutdruckregulierung oder der Immunabwehr. Omega-3-Fettsäuren wiederum reduzieren die Wahrscheinlichkeit Arteriosklerose, Thrombose, Osteoporose oder einen Schlaganfall zu bekommen. Des Weiteren sind sie hilfreich bei Hauterkrankungen (Akne, Psoriasis) sowie Demenz. Das Omega-6/3-Verhältnis muss sich im menschlichen Körper mengenmäßig aber in einem bestimmten Gleichgewicht befinden. Nach Expertenmeinungen sollte das Verhältnis maximal nicht über 5:1 liegen. Das ist dem Umstand geschuldet, dass beide Fettsäuren im Körper unterschiedlich wirken. Omega-3-Fettsäuren wirken z. B. entzündungshemmend, während Omega-6-Fettsäuren entzündungsfördernd wirken. Eine zu hohe Menge von Omega-6-Fettsäuren im Körper kann nicht nur zu chronischen Entzündungszuständen führen, sondern auch zu Erkrankungen wie Arteriosklerose und Rheuma führen, sowie das Entstehen von Allergien begünstigen. Für ein gesundes Gleichgewicht ist ein Verhältnis zwischen 3:1 und 1:1 am effektivsten. Ein Omega 3 Mangel kann durchaus negative Folgen wie, Müdigkeit, trockene Haut, hohe Infektanfälligkeit und sogar Herzprobleme nach sich ziehen. Bei einem Ungleichgewicht von Omega 3 und Omega 6 können noch weitere Symptome wie Bluthochdruck, Gefäßverengung (Thrombosegefahr) oder die Verschlechterung des Sehvermögens verursachen. Um den notwendigen Mindestbedarf an Omega-3-Fettsäuren abzudecken, empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Ernährung etwa 2 mal in der Woche fettreichen Fisch zu essen. Menschen, die keinen Fisch mögen, können sich alternativ auch mit Fischölkapseln behelfen. Das Gleiche gilt für Menschen mit einem so hohen Omega 3 Bedarf, dass dieser über die normale Nahrungsaufnahme nicht mehr abgedeckt werden kann. Dazu zählen insbesondere Menschen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, Schwangere, stillende Mütter und Sportler. Da Omega 3 überwiegend in Fisch vorhanden ist, sollten auch Vegetarier auf entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

Vitamin D, das Sonnenvitamin

Vitamin D ist eigentlich kein echtes Vitamin, sondern ein Prohormon (Hormonvorläufer)welches erst im menschlichen Stoffwechsel zu einem Hormon umgewandelt wird. Dennoch wird es den fettlöslichen Vitaminen zugerechnet. Vitamin D ist das einzige Vitamin, das nicht über die Nahrung aufgenommen werden muss. Der menschliche Metabolismus kann Vitamin D, durch die Einwirkung von UV-B-Strahlung der Sonne, in der Haut selbst bilden. Vitamin D ist an wesentlichen Prozessen im menschlichen Körper, z. B. der Regulation des Kalziumhaushalts, beteiligt. Es sorgt für starke Knochen und Muskeln, trägt zum Zahnerhalt bei, schützt vor Erkrankungen wie Osteoporose und unterstützt das Immunsystem. Mehrere klinische Studien bescheinigen Vitamin D außerdem eine Schlüsselrolle bei der vorbeugenden Behandlung und Prävention verschiedener Erkrankungen wie Rachitis, Osteomalazie, Morbus Parkinson, Schizophrenie, Alzheimer, Depression, Multipler Sklerose und Schlaganfall. Die ausreichende körpereigene Versorgung mit Vitamin D ist aber nur gewährleistet, wenn die Haut auch ausreichend Sonnenlicht aufnimmt.

  • Colecalciferol: Als Vitamin D3 bekannt, wird durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet, kommt aber auch in tierischen Lebensmitteln (z. B. Aal, Hochseefische, Milchprodukte) vor.
  • Ergocalciferol: Als Vitamin D2 bekannt, kommt ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln (z. B. Pilze, Avocado) vor. Der menschliche Stoffwechsel kann Vitamin D2 aber in Vitamin D3 umwandeln.

Leider sind bis zu 80 % der deutschen Bevölkerung mit Vitamin D unterversorgt. Ursächlich dafür ist, dass sie sich zu wenig im Freien aufhalten und falsche Ernährung. Auch bestimmte Gewohnheiten unserer modernen Gesellschaft wirken sich negativ auf die Versorgung mit Vitamin D aus. Zum Beispiel der häufige Aufenthalt in geschlossenen Räumen. Ein weiterer Faktor ist die Benutzung von Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor. Bereits ein Lichtschutzfaktor von 10 kann die Vitamin-D-Produktion aber schon um 90 % senken. Im Gesamtkontext ist eine Supplementierung durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel also durchaus sinnvoll, um einen Mangel an Vitamin D auszugleichen. Vitamin D gibt es in zwei Formen: D2 und D3 wobei letzte eine stärkere Wirkung hat. Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln gilt auch für Vitamin D die Regel: Zuviel des Guten nützt nicht mehr, sondern kann eher schaden. Eine zu hohe Zufuhr von Vitamin D kann auf Dauer nämlich zu Nierenverkalkung und Nierensteinen führen.

Calcium, unverzichtbarer Knochennährstoff

Der Mineralstoff Calcium ist wichtig für die Stabilität der Knochen und für die Blutgerinnung. Ab etwa dem 50. Lebensjahr werden die Knochen immer brüchiger. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher zur Vorbeugung gegen solche Altersfolgen bis zu 1.000 Milligramm Calcium am Tag. Eine neue Studie belegt jetzt, dass bei einer zusätzlichen Einnahme von Calcium über einen längeren Zeitraum von einem oder zwei Jahren, sich die Knochendichte nur insignifikant erhöht. In der Regel nicht mal um 1 %, nie aber um mehr als 2 %. Auch eine längerfristige Einnahme brachte keine weitere Verbesserung. Nach Meinung von Medizinern reicht diese geringe Menge aber nicht aus, um sich vor Frakturen zu schützen. Zu viel Calcium kann auch zu Nebenwirkungen führen, die von Verdauungsbeschwerden bis hin zu Nierensteinen reichen. Was folgt daraus? Für die meisten Menschen ist es wenig nutzbringend eine große Menge Calcium zu sich zu nehmen. Um die Knochen zu stärken, reicht normalerweise eine ausgewogene, eiweißreiche Ernährung aus. Besonders viel Calcium ist außer in Milch und Milchprodukten (z. B. Käse) auch in grünem Gemüse (z. B. Broccoli) und Nüssen enthalten. Wichtig: Damit Calcium überhaupt in die Zellen gelangen kann, ist zusätzlich Vitamin D notwendig. Viel Bewegung an der frischen Luft und viel Sonne sind daher der Schlüssel zum Erfolg.

Magnesium, Balsam für die Muskeln?

Auch Magnesium gehört zu den Mineralstoffen, die der menschliche Körper nicht selber herstellen kann, aber dringend braucht. Magnesiummangel ist, laut Aussage von Experten, neben Vitamin D Mangel die zweithäufigste Mangelerscheinung in Deutschland. Unerwünschte Folgen von Magnesiummangel können Muskelkrämpfe, Ermüdungszustände, sowie Nervosität und innere Unruhe sein. Auch Kopfschmerzen und Schlafstörungen kommen vor. Zu Mangelerscheinungen kann es insbesondere im Alter kommen. Ebenso bei Frauen in der Schwangerschaft und während der Stillzeit. Denn hier ist ein doppelt so hoher Nährstoffbedarf zu decken; die Frau selbst, sowie das Ungeborene bzw. der Säugling. Aber zum Beispiel auch bei hohem Flüssigkeitsverlust infolge der Therapierung mit einem Entwässerungs- und Abführmittel. In all diesen Fällen kann eine zusätzliche Supplementierung mit Magnesiumpräparaten sinnvoll sein. Achtung: Den Mineralstoff Magnesium kann der menschliche Körper aber nur verwerten, wenn gleichzeitig ausreichend Vitamin B im Körper zur Verfügung steht. Die zusätzliche Zufuhr von Magnesium kann insbesondere auch Alkoholkranken und Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen dabei helfen mögliche Mangelfolgeerscheinungen zu vermeiden. Von Ärzten wird eine Zufuhr von Magnesium von maximal 250 mg pro Tag zusätzlich zur Nahrung empfohlen. Der Mineralstoff Magnesium ist in verschiedenen Getreidesorten, Nüssen, Kürbis- oder Sonnenblumenkernen, Linsen, Erbsen, Spinat, Bananen oder auch in Schokolade und Kakao enthalten. Doch Vorsicht: Magnesiumhaltige Nahrungsergänzungsmittel sind häufig sehr hoch dosiert. Eine unkontrollierte Einnahme der Präparate kann zu unerwünschten Überdosierungen führen. Die Folge sind dann oft Durchfall und Blutdruckabfall.

Vitamin B 1, ein wichtiges Nervenvitamin

Der menschliche Körper kann nur geringe Mengen an Vitamin B 1 speichern, daher muss es regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden. Vitamin B 1 ist sowohl in tierischen als auch pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Gute Vitamin B 1 Quellen sind z. B. Linsen, Erbsen, Kartoffeln, Spargel, Spinat, Wirsing, Blumenkohl, Paranüsse, Walnüsse, Vollkorngetreide und Schweinefleisch. Allerdings ist das Vitamin in den meisten Lebensmitteln nur in relativ geringen Konzentrationen enthalten. Trotzdem kann ein Bedarf mit einer ausgewogenen Mischkost ohne Probleme gedeckt werden. Die Folge von Vitamin B 1 Mangel können nicht zu unterschätzende neurologische und muskuläre Symptome wie etwa Ödeme, Herzmuskelschwäche, Depressionen, Krämpfe oder Lähmungen, sowie Verdauungsstörungen sein. Mangelerscheinungen können durch einseitige Ernährung, chronische Darmerkrankungen (zum Beispiel Morbus Chron, Zöliakie), Infektionskrankheiten, durch Leberfunktionsstörungen und Alkoholabhängigkeit auftreten. In diesen Fällen ist die zusätzliche Versorgung mit einem hochwertigen Vitamin B 1 Präparat sinnvoll. Überdosierungen sind durch eine Einnahme von Vitamin B 1 unwahrscheinlich, da zu hohe Dosen direkt mit dem Urin wieder ausgeschieden werden. Die empfohlene tägliche Aufnahmemenge unterscheidet sich zwischen Alter und Geschlecht. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Frauen ab dem 15. Lebensjahr eine tägliche Aufnahmemenge von 1 mg. Für Männer wird, abhängig vom Alter, eine Aufnahmemenge von zwischen 1,1 und 1,3 mg empfohlen. Kinder, Schwangere und Stillende hingegen haben einen etwas höheren Bedarf.

Macht es Sinn, Zink durch Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen?

Die Antwort auf diese Frage lautet definitiv Ja. Zink ist ohne Zweifel eines der wichtigsten Spurenelemente. Zink ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen (z. B. Eiweiß-, Fett- oder Kohlenhydratstoffwechsel), sowie an der Produktion vieler Hormone und Enzyme beteiligt. Das Spurenelement unterstützt die Zellregenerierung und Zellteilung, fördert das Wachstum und Regeneration von Haaren und Haut, stärkt das Immunsystem und spielt eine wichtige Rolle bei der Spermienproduktion. Gute Zinklieferanten sind Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und Nüsse. Eine besonders empfehlenswerte Zinkquelle sind getrocknete Weizenkeime, die man z. B. im Müsli verarbeiten kann. Überdosierungen bei einer ausgewogenen Nahrungsaufnahme sind kaum möglich. Jedoch bei zusätzlicher Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit hohem Zinkgehalt sehr wohl. Bei Überdosierungen kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen und im schlimmsten Fall sogar zu Vergiftungserscheinungen kommen. Eine dauerhaft hohe Einnahmemenge von Zink, führt außerdem zu einer verminderten Aufnahme von Kupfer und Eisen. Die Folge sind mögliche Probleme bei der Blutbildung. Umgekehrt kann die gleichzeitige Einnahme von Calciumpräparaten zu einer verminderten Zinkaufnahme führen. Daher sind Milchprodukte als Zinkquelle weniger geeignet. Bei Menschen mit Magen- und Darmerkrankungen, Sportlern, Menschen die stark und häufig schwitzen – über den Schweiß geht das meiste Zink verloren – und Menschen, die unter Stress stehen, ist Zink als Nahrungsergänzungsmittel indiziert. Die Folgen von Zinkmangel können Haarausfall, Hauterkrankungen, verzögerte Wundheilung, eine Schwächung des Immunsystems und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Bei Kindern kann die Unterversorgung mit Zink zu erheblichen Wachstums- und Entwicklungsstörungen führen. Bei Schwangeren sind Entwicklungsstörungen beim ungeborenen Fötus sehr wahrscheinlich. Zinkmangel ist daher nicht zu unterschätzen. Er lässt sich aber mit der kontrollierten Zufuhr eines zinkhaltigen Nahrungsergänzungsmittels schnell wieder beheben.

Fazit

Die meisten Nahrungsergänzungsmittel sind nützliche Helfer für die Gesundheit und das Wohlbefinden und daher durchaus zu empfehlen. Grundsätzlich sollte man sich aber vor einer dauerhaften Einnahme genau über mögliche Neben- oder Wechselwirkungen informieren und im Zweifelsfall auch ärztlichen Rat einholen.